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Frieden schaffen mit kaputten Waffen

Liebe Freundinnen und Freunde unseres Museums,

1982 starteten Robert Havemann und Rainer Eppelmann die Aktion „Frieden schaffen ohne Waffen“. Heute sind sie im Mainstream angekommen. Selbst eine Mehrheit der CDU/CSU Mitglieder stehen offensichtlich hinter dieser Parole. Für die stramm konservativen Mitglieder hat man allerdings nach einem tragfähigem Kompromiss gesucht. Ohne Waffen, das geht für einige der ewig Gestrigen auch heute noch gar nicht.
Deshalb haben unsere Verteidigungsminister*innen der letzten Jahre das Motto genial abgewandelt. Jetzt heißt es „Frieden schaffen mit kaputten Waffen“. Das läuft aufs Selbe hinaus und stellt alle zufrieden.
Beim Kampfpanzer Leopard 2 sind zum Beispiel nur 99 von 244 Panzern einsatzfähig und beim Transporthubschrauber NH 90 sind ganze 9 von 48 einsatzbereit!
Ich habe ja keine Ahnung von Kriegsführung, aber wäre es nicht effektiver und billiger, die störungsanfälligen Panzer und U-Boote einfach gleich an seine Feinde zu verticken.

Das hilft unserer Wirtschaft, sichert Arbeitsplätze und hätte einen entscheidenden strategischen Vorteil: Die Feinde wähnen sich sicher und wir wissen das dass wir im Kriegsfall nichts zu befürchten haben. Vorsichtshalber könnte man ja auch eine noch geheime Schummelsoftware einbauen, die bei Übungen funktioniert und im Ernstfall das Kriegsgerät blockiert. Dafür haben wir genügend Spezialisten.
Und damit unser Waffenarsenal dann nicht ganz so jämmerlich aussieht könnte man zur Abschreckung in einer geheimen Kommandoaktion jeweils zwei Drittel der Panzer und Hubschrauber aus Legosteinen nachbauen lassen. Die sehen völlig realistisch aus und sind von echten nicht zu unterscheiden. Das habe ich im Kindergarten gesehen.
Dann wäre ja vielleicht auch genügend Geld da für andere wichtige Ausrüstungsgegenstände. Denn zur Zeit ist auch die Versorgungssicherheit der Bundeswehr bei warmen Unterhosen nicht mehr gegeben. Momentan soll es für Unterhosen Wartezeiten von mehr als 10 Jahre geben.
Aber solange dürfen unsere Jungs bei ihren Einsätzen in Afghanistan und anderswo in der Welt nicht frieren. Deshalb sollte man eine Image und Werbekampagne für die Bundeswehr starten. Schon meine Großmutter hat warme Socken gestrickt und nach Russland geschickt. Und bei den jungen Frauen von heute ist stricken wieder ganz in Mode. Man könnte doch einige Videoclips auf YouTube platzieren, die hübsche Soldaten zeigen, die mit den Zähnen klappern, weil sie ohne Socken über den Hindukusch stapfen. Das wird eine Welle von Hilfsbereitschaft auslösen, denn schließlich wird Deutschland ja am Hindukusch verteidigt. Und der hübschen Mädels dort unten, könnten sich ja die Grünen annehmen. Ich habe gehört, dort gibt es besonders viele Männer, die stricken.
Außerdem hätten wir dann von den Füßen her eine richtig coole und bunte Truppe bei der keiner wegen fehlender Diversität meckern kann. Wenn diese Kampagne erfolgreich ist könnte man als zweiten Schritt in einen nationalen Anstrengung dafür werben, Unterhosen zu stricken, damit die armen Soldat*innen nicht mehr so lange auf warme Beinkleider warten müssen.
Ich selber kann nicht stricken. Ich organisiere Veranstaltungen. Deshalb kommt der Psychiater und Bestsellerautor Hans-Joachim Maaz  mit seinem aktuellen Buch ins Kurt Mühlenhaupt Museum.

Ihre Hannelore Mühlenhaupt

 

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